Bachelorarbeit: Mental Maps

Bachelorarbeit: Mental Maps 2018-02-10T13:31:58+00:00

Project Description

Erstellung und Untersuchung von Mental Maps der Schweiz

Bachelorarbeit

mit Hilfe der übersetzten und angepassten Software MMap
SIEBER Urs, Universität Freiburg, April 2006

Irgendwann als Geograf muss jeder einmal seine mentale Karte der Schweiz zeichnen. Dieses Experiment zeigt deutlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung der Schweiz von Person zu Person sein kann. Ich kann mich an den Versuch vor einigen Jahren erinnern, als wir Geografiestudenten die Schweizer Grenzen aus unserem Gedächtnis zeichnen sollten. Es war eindrücklich zu sehen, wie fast alle Probanden das Wallis zu wenig in den Süden ausdehnten. Auch die Ausdehnung des Bündnerlandes war falsch. Kann man aus diesen Ergebnissen Schlüsse ziehen? Könnte man dieses Phänomen der unterschiedlichen Raumwahrnehmung nicht systematischer untersuchen?

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Vorwort

eim Surfen auf einigen speziellen Geografie-Homepages wurde ich auf ein kleines, unscheinbares Programm aufmerksam. Es hiess MMap und man konnte mit ihm eine mentale Karte der Vereinigten Staaten zeichnen. Nach dem Download des Programms führte ich es einmal aus und sah, wie schlecht mein Verständnis der USA ist. Die Auswertung meiner mentalen Karte zeigte die USA schlicht unreal. Mein Interesse an der Software war sofort geweckt. Ich erkundigte mich via Web weiter nach diesem Programm. Eine vollständige Version mit allen Angaben und Lizenzen fand ich am Departement of Computer Science am Virginia Tech Institute. Eine Gemeinschaft namens Project GeoSim programmierte die Software MMap unter der GNU General Public Licence. Das Programm ist also Open Source und man darf das Programm weiterverwenden, ohne dass man Urheberrechte verletzt.
Die Idee für diese Arbeit war geboren: Implementierung der Schweiz in MMap, deutsche Versionierung der Software und erste Tests und Auswertungen mit einigen Probanden. Ich sah schnell, dass die Implementation eine aufwändige Arbeit sein würde, da zu diesem Thema keine Anleitungen oder Informationen vom Project GeoSim zur Verfügung standen. Die Gelegenheit aber war ausgezeichnet, meine beiden Interessen, Geografie und Informatik, in dieser Arbeit kombinieren zu können.

Konklusion

Die dargelegten Schlüsse aus der Studie sind überraschend für mich. Alle drei aufgestellten Hypothesen konnten in ihrer Formulierung nicht bestätigt werden. Die erwarteten Resultate stellten sich bei der Studie nicht ein. Stattdessen ergab die Studie interessante, unerwartete Resultate, die sicher die Türen für neue Untersuchungen in dieser Thematik aufgestossen haben. Das ursprüngliche Ziel der Studie, die Arbeit mit der Software zu verifizieren wurde erreicht. MMap ist solchen Studien absolut gewachsen und robust genug, auch grosse Datenmengen zu erfassen. Die Einfachheit der Software ist ein grosses Plus: Es ist keine Installation erforderlich, was eine schnelle Ausführung auf jedem PC ermöglicht. Auch startet mit dem Programm gleich die Studie, so dass keine Anfangskonfigurationen durch den User vorzunehmen sind. Eventuelle Anpassungen für einen Betrieb direkt über Internet und eine automatische Speicherung der mentalen Karten sind sicher möglich, aber erfordern grössere Anpassungen an das Programm. Ohne vollständigen Quellcode vom Project Geosim wäre eine solche Erweiterung wohl nur schwer möglich.

Die Arbeit erlaubte es, Informatik und Geografie in ein Thema einzuschliessen. Informatische Mittel werden auch in der Geografie immer wichtiger, und eine Verknüpfung dieser zwei Gebiete ist bereits Wirklichkeit. Umso interessanter war es, die Probleme jeder Branche zu lösen und ein übergreifendes Resultat zu erarbeiten.
Die angeschnitte Thematik in beiden Bereichen (Entwicklung einer Software für mentale Karten und Studie mit Hilfe mentaler Karten) hat mich  interessiert und hat Potenzial, um ausgebaut zu werden. Möglich, dass ich eine ähnliche Thematik noch einmal während meines Studiums für eine Arbeit wählen werde.